Afrika und die Nachhaltigkeit | Autos Re-Use

Für einen Technik afinen Menschen, gepaart mit dem Interesse an Fahrzeugen, ergibt sich eine Salve an erstaunenden Momenten, über die alten Fahrzeuge (PKW und LKW) die hier noch immer unterwegs sind. Insbesondere der Zustand lässt eigentlich nicht vermuten, dass diese Autos noch fahrtüchtig sind. Interessanter weise sind eine deutliche Mehrzahl davon Mercedes Benz.

Zu definieren wäre sowieso der Begriff „fahrtüchtig“. Gemeint ist damit in erster Linie die Zuladefähigkeit, gefolgt vom Antrieb, dann das Lenken und Bremsen, danach Sicherheitseinrichtungen wie Licht, Spiegel und Stoßstangen, als allerletztes das optische Erscheinungsbild.

Und genau nach dieser Priorisierung können hier – in Europa lang ausgemusterte Fahrzeuge – ein zweites und drittes Leben führen. Die Ressourcen werden also viel Länger genutzt. Bauteile werden wiederverwendet, Reifen immer wieder erneuert, aus ganz schlimmen Fahrzeugen die Reste wieder eingebaut und keine Energie in Schnick-Schnack investiert.

Sieht man davon ab, dass diese Fahrzeuge nicht den Umweltstandards der ersten Welt entsprechen, ergibt sich eine gute Ressourcennutzung.

Sicher ist es so, dass reiche Menschen auch mit teuren luxuriösen schweren Toyota Landcruisern durch die Städte fahren. In der Regel sind jedoch mit Ausnahme von hochfunktionalen Toyoto Pickups, jedoch keine Neufahrzeuge zu sehen. Schaut man auf die Sicherheit, so sind vermutlich viele Unfälle aufgrund der katastrophalen Straßenbedingungen zu erklären. Hier würde auch eine luftgefederte S-Klasse scheitern. Ansonsten sind die Geschwindigkeiten viel niedriger als in Europa und die gegenseitige Rücksichtnahme der Verkehrsteilnehmer klar zu erkennen. Auch hier stechen wieder die Edel SUV Landcruiser durch eher rücksichtsloses Fahren negativ heraus.

Können wir uns vorstellen, dass auch in der westlichen Welt die Fahrzeuge wieder nach oben genannten Kriterien entwickelt würden? Also

  • Funktion (Zuladung, Platzangebot)
  • Leistungseffizienz
  • Komfort
  • Erscheinungsbild

Ich würde mir natürlich das Thema Sicherheit an Nummer Eins wünschen.

Welche Autos kämen dann aus den Entwicklungsteams heraus. Und ergänzen wir das noch mit LifeCycle Costs (Langlebigkeit) und Reparaturfreudigkeit? Daraus würden sich komplett andere Diskussionen über Tempolimit, Pendlerpauschale, Carsharing ergeben.

Sicher hätten die Menschen ein Problem die sich über die Potenz Ihres Fahrzeuges definieren.

Roland Ehry – Sustainable Growth Associates – aus dem Senegal im Januar 2020